Die Augustusburger Ärztinnen Annekathrin und Susanne Klotz stellen ihr Hilfsprojekt in Afrika vor und suchen Paten für behinderte Kinder.
VON VERENA TOTH
Berührende Kinderschicksale
Doch nicht nur der Aufbau der kleinen Klinik liegt den jungen Frauen am Herzen. „Wir haben während des letzten Kenia-Aufenthaltes in der direkten Nachbarschaft unserer künftigen Station die West Special School besucht. Dort werden derzeit 33 behinderte Mädchen und Jungen von ehrenamtlichen Lehrern unterrichtet“, erzählt Susanne Klotz weiter. „Behinderte Kinder werden dort vor der Öffentlichkeit versteckt. Sie haben so kaum eine Chance auf Schulbildung“, erklärt sie noch. Die beiden Augustusburgerinnen trafen auf berührende Lebensgeschichten, wie die der zehnjährigen Marion. Das Mädchen kam gesund zur Welt. Als sie im Alter von zwei Jahren schwer erkrankte, wurde sie zum ersten Mal in einer Klinik behandelt. Doch diese Hilfe kam zu spät. Nach der Diagnose Hirnhautentzündung stand fest, dass das Mädchen schwere Schäden erlitten hatte. Sie verlor ihre Sprache, kann sich nur noch mit Zeichensprache verständigen. Die 16-jährige Phylis wurde taubstumm geboren. Nur eine kurze Zeit durfte sie in einer regulären Schule lernen. Das Mädchen wurde sexuell missbraucht und brachte ein Kind zur Welt, das nun bei ihren Eltern aufwächst. Ihre Lehrer beschreiben Phylis als wissbegierig und fleißig, sie wünschen sich auch für sie eine bessere Zukunft.
Gymnasium will Kontakt knüpfen
Nach ihrem Besuch im Oktober 2011waren sich die Medizinerinnen sicher, dass sie auch für diese Menschen etwas tun möchten. „Wir wollen hier in unserer Heimat Paten für die Mädchen und Jungen der West Special School finden. Mit nur etwa 20 Euro kann man eines dieser Kinder einen ganzen Monat lang mit Nahrung, Unterrichtsmaterial, Kleidung und notwendiger Medizin versorgen“, erläutert Zahnärztin Annekathrin Klotz. Mit Schulleiterin Angelika Mann und den Schülern des Augustusburger Regenbogengymnasiums haben die Schwestern schon erste Unterstützer für die afrikanischen Kinder gefunden. „Nach dem ich unseren Kindern die kenianische Schule vorgestellt habe, waren wir uns schnell einig, dass wir eine Patenschaft aufbauen wollen. Unsere Sechstklässler werden sich zunächst in einer Mappe mit Bildern vorstellen und erste Briefkontakte knüpfen“, erklärt die Schulleiterin. Weitere Spendensammelaktionen und später sogar ein Besuch in Chwele könnten folgen.
DAS KENIA-PROJEKT und den Verein „open hearts – Offene Herzen“ werden Susanne und Annekathrin Klotz am 17. Februar in den Räumen des Schlosstheaters Augustusburg öffentlich vorstellen, Beginn: 19.30 Uhr.
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