Schwestern wollen in Afrika helfen
Der junge Verein „Offene Herzen – open hearts“ stellt sich und seine Arbeit beim Augustusburger Vereinsfest vor.
VON VERENA TOTH
Die Allgemeinärztin Susanne Klotz bei einer Behandlung in Lumakanda (Westkenia). Im Herbst will die junge Medizinerin wieder dorthin reisen, um den Aufbau einer Arztstation weiter voranzutreiben. FOTO: PRIVAT
AUGUSTUSBURG —Es ist eine gute Tradition geworden, dass sich die Mitglieder der Augustusburger Vereine einmal im Jahr zusammentun, um an der Waldbühne ein Fest zu feiern. Dabei haben die verschiedenen Interessengruppen auch die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Zum ersten Mal ist am Sonntag ein noch sehr junger Verein bei der 7. Auflage des Festes dabei.
Der Verein „Open hearts - Offene Herzen“ wurde erst im vergangenen Jahr von einer zehnköpfigen, engagierten Gruppe gegründet. Die Mitglieder kommen aus Freiberg, Chemnitz und Augustusburg. Unter der Leitung der Vorsitzenden, der Zahnärztin Annekathrin Klotz aus Augustusburg, hat sich der Verein eine große Aufgabe gestellt: Sie wollen in Kenia eine medizinische Versorgungsstation aufbauen.
Im vergangenen Jahr waren die Vereinsgründer Susanne und Annekathrin Klotz aus Augustusburg, José Mácio Cavalcante de Sousa aus Freiberg und der Chemnitzer Roberto Martin eine Woche in Kenia. FOTO: PRIVAT
Katastrophale Zustände
In Kenia lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Verschärft wird die bestehende Not der Menschen durch die derzeitige Dürrekatastrophe und Hungersnot. Im Jahr 2009 waren die Augustusburger Schwestern Annekathrin und Susanne Klotz zum ersten Mal im Westen des afrikanischen Landes, in Lumakanda, zu Gast. „Was wir dort gesehen haben, hat uns als Medizinerinnen ganz besonders geschockt. Die Zustände sind unvorstellbar“, berichtet die 30-jährige Allgemeinärztin
Susanne Klotz. „Es gibt nur kleine Sanitätsstationen, Baracken, die zudem auch noch miserabel ausgestattet sind Es fehlt an allem: Es gibt kaum medizinische Geräte, eine fundierte Diagnostik ist nicht möglich. Medikamente sind Mangelware und selbst die Mediziner fehlen. Das nächste Krankenhaus ist 100 Kilometer entfernt“, erzählt zählt die junge Ärztin. Die Lebenserwartung liege bei etwa 55 Jahren, die Kindersterblichkeit, vor allem auch bei Neugeborenen, sei erschreckend hoch, zählt sie weiter auf.
Schwestern wollen helfen
Dagegen wollen die Schwestern nun etwas tun: „Der Aufbau einer Gesundheitseinrichtung als Angliederung an ein Waisenhaus für geistig behinderte Kinder in der Gemeinde Chwele ist unser Auftrag und Anliegen. Dies erfolgt in internationaler Zusammenarbeit für die ländlichen Gemeinden in Kenia“, so Vereinschefin Annekathrin Klotz. Gebaut werden soll ein Klinikgebäude mit zwei Behandlungsräumen und Krankenzimmern sowie Personalräumen und Sanitäreinrichtung. Projektiert wird das Gebäude in Kenia. Etwa 10.000 Euro wird es insgesamt kosten, das Gebäude zu planen und zu errichten. Im Herbst werden die Schwestern wieder nach Kenia reisen, um den ersten wichtigen Schritt mit ihrem Projekt gehen zu können. Mit Hilfe der dort ansässigen Kirchgemeinde soll der Landkauf abgeschlossen werden. Sobald die Station steht, können sich die Helfer um die medizinische Einrichtung bemühen. Eine Zahnarzteinheit, Sterilisations- und Behandlungsgeräte, Liegen, Schränke, Stühle sowie Verbandsmaterial und Medikamente im Wert von etwa 6000 Euro müssen dafür noch beschafft werden.


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